Die ersten 60 Minuten
Wer wird alarmiert, wer entscheidet über Abschalten, wer spricht mit wem. Beweise sichern, bevor man aufräumt. Und der Fehler, der am häufigsten passiert: zu früh neu starten.
Die Frage ist nicht, ob ein Vorfall kommt, sondern wie lange er wehtut. Dieser Vortrag dreht sich um das, was nach dem Einbruch passiert: Wer entscheidet, wer meldet, was läuft weiter – und wer hat das schon einmal geübt?
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Die meisten Häuser haben ein Notfallkonzept. Deutlich weniger haben es jemals durchgespielt. Der Unterschied zeigt sich in der ersten Stunde – wenn unklar ist, wer entscheiden darf, und die Telefonliste im verschlüsselten Laufwerk liegt.
Wer wird alarmiert, wer entscheidet über Abschalten, wer spricht mit wem. Beweise sichern, bevor man aufräumt. Und der Fehler, der am häufigsten passiert: zu früh neu starten.
Welche Prozesse müssen wie schnell wieder laufen, was geht notfalls auf Papier, wie lange hält der Notbetrieb durch. Die Fragen, die vor dem Vorfall zu beantworten sind.
Warum eine Sicherung erst dann eine ist, wenn sie zurückgespielt wurde. Offline-Kopien, Wiederherstellungszeiten und der Test, den fast niemand macht.
Die 72-Stunden-Frist der DSGVO, die drei Stufen nach NIS2 (24 Stunden, 72 Stunden, ein Monat) – und wie der interne Weg aussehen muss, damit diese Fristen überhaupt erreichbar sind.
Ihr Dienstleister hat den Vorfall, nicht Sie – und trotzdem steht Ihr Betrieb. Kritische Dienstleister erfassen, Anforderungen vertraglich verankern, Ausfall mitdenken.
Kunden, Belegschaft, Aufsicht, Presse. Wer sagt was, wann und in welcher Reihenfolge. Schweigen ist eine Entscheidung – meist die teurere.
Gespielt wird ein Vorfall in Ihrem Haus – mit Ihren Rollen, Ihren Systemen und Ihren echten Abhängigkeiten. Die Ganztagsfassung schließt mit einer zweiten, verkürzten Runde unter erschwerten Annahmen ab; dort wird der Lerneffekt sichtbar. Am Ende steht kein Protokoll, sondern eine Liste mit Lücken.
Ein realistisches Szenario wird eingespielt. Niemand kennt vorab den weiteren Verlauf.
Die Runde entscheidet unter Zeitdruck und mit unvollständiger Information – wie im Ernstfall.
Neue Meldungen kommen herein: ein Kunde fragt nach, die Presse ruft an, die Frist läuft.
Gemeinsam durchgehen, wo es geklemmt hat. Daraus entsteht die Maßnahmenliste.
Ein Planspiel, aus dem jemand als Schuldiger herausgeht, war das letzte, an dem die Beteiligten ehrlich mitgemacht haben. Gesucht werden Lücken im Verfahren, nicht Fehler von Personen.
Die Fähigkeit eines Unternehmens, trotz eines Sicherheitsvorfalls handlungsfähig zu bleiben und schnell wieder in den Normalbetrieb zu kommen. Resilienz setzt dort an, wo Prävention endet: Sie geht davon aus, dass etwas passiert, und fragt, wie lange es dauert, wie viel Schaden entsteht und wer in dieser Zeit entscheidet.
Ein Plan ist die Voraussetzung, aber nicht die Fähigkeit. Entscheidend sind drei Dinge: Kennen die Beteiligten ihre Rolle, ohne nachzuschlagen? Ist der Plan erreichbar, wenn die Systeme verschlüsselt sind – also auch auf Papier? Und wurde er in den letzten zwölf Monaten durchgespielt? Wenn eine Antwort nein lautet, lohnt ein Planspiel mehr als eine Überarbeitung des Dokuments.
Entscheidungsbefugte aus Geschäftsführung, IT, Kommunikation, Recht beziehungsweise Datenschutz und den betroffenen Fachbereichen – also genau die Runde, die im Ernstfall zusammenkommen würde. Zehn bis fünfzehn Personen sind eine gute Größe. Reine Beobachter schwächen das Spiel; wer dabei ist, entscheidet mit.
Innerhalb einer Woche drei Dinge: die Maßnahmenliste aus der Auswertung mit Verantwortlichen und Terminen, fünf bis acht Beobachtungen ohne Namen – als Verfahrensbefunde formuliert, nicht als Bewertung von Personen – und eine Empfehlung, was zuerst anzugehen ist. Kein Protokoll des Spielverlaufs; das liest niemand.
Sechs Angaben, damit das Szenario zu Ihrem Haus passt: Welches System legt den Betrieb still, wer darf es abschalten, welcher Dienstleister hat Fernzugriff, wo liegt das Notfallhandbuch, wer spricht mit der Presse, und wann wurde zuletzt eine Rücksicherung getestet. Die letzte Frage beantworten die meisten Häuser mit Schweigen – das ist bereits ein Ergebnis.
Nein. Das Planspiel ist eine Tischübung, es wird nichts an Ihren Systemen angefasst. Technische Angriffssimulationen sind etwas anderes und laufen über die ITSB Deutschland UG.
Die Stunden, die ein Planspiel kostet, sind die günstigsten Stunden in der gesamten Notfallvorsorge.